Ökumenischer Hospizdienst BöblingenMax-Eyth-Str. 2371088 HolzgerlingenTelefon: +49 (0) 7031 41 95 19

Ambulante Hospizdienste im Landkreis Böblingen – ein Blick hinter die Kulissen der vielfältigen Arbeit

Der größte Teil unserer Bevölkerung will in Würde zu Hause im Kreise seiner Angehörigen sterben. Es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, Angehörige in dieser Situation zu unterstützen. Der Landkreis Böblingen unterstützt Institutionen und Gruppen, die sich diese Aufgabe zum Ziel gesetzt haben. Was Hospizarbeit beinhaltet und wie breit gefächert die Hospizarbeit heutzutage ist, lesen Sie in der folgenden Artikelserie zu den Hospizdiensten

30 Jahre Hospizdienste im Kreis Böblingen – ein Musterbeispiel an ehrenamtlichem Engagement

Die Idee der Hospizbewegung zur Begleitung Sterbender und ihrer Angehöriger entstand in den 60er Jahren in England und den USA und kam dann über den Teich nach Deutschland. Im Kreis Böblingen wurde im Frühjahr 1990 die Arbeitsgemeinschaft „Begleitung Sterbender und ihrer Angehöriger“ im Landratsamt gegründet und seit 1995 stellt der Landkreis Mittel zur Verfügung. In dieser Aufbruchstimmung der Hospizbewegung waren Hilda Röder und Christa Mandel aus Weil der Stadt, Brigitte Steybe aus Weil im Schönbuch und Renate Klingler aus Renningen Pionierinnen - die ersten Frauen im Kreis Böblingen, die ambulante Hospizgruppen initiiert und mit großen Erfolg aufgebaut haben. Der kreisweit erste Hospizdienst wurde 1991 in Weil der Stadt gegründet. Rasch hat sich aus dem Pflänzchen ein flächendeckendes Hilfenetz der Hospizdienste im Kreis Böblingen entwickelt mit heute über 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in 12 Hospizgruppen. Im Durchschnitt leisten diese Mitarbeitenden jährlich insgesamt zwischen 350-400 Sterbebegleitungen.

Auf besondere Initiative von Mitarbeiterinnen der Hospizdienste Leonberg und Böblingen wurden 2006 die beiden Kinder- und Jugendhospizdienste in Leonberg und Böblingen gegründet. Ein Angebot, das auf große Resonanz stößt und heute nicht mehr wegzudenken ist. Kreissozialdezernent Alfred Schmid, der einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch der Hospizgruppen im Landratsamt moderiert, ist stolz auf diese segensreichen Dienstleistungsangebote, welche flächendeckend für alle Städte und Gemeinden angeboten werden, unentgeltlich und meist im Stillen.

Die Philosophie der fast grenzenlosen Machbarkeit in unserer Gesellschaft verdrängt den Tod aus seinem Bewusstsein vieler Menschen. Den eigenen Tod und den von Angehörigen zu begreifen ist nicht immer einfach. Groß ist die Unsicherheit, wenn man dann plötzlich damit konfrontiert wird. Nicht selten werden Kranke von ihren Angehörigen zum Sterben in Krankenhäuser oder Pflegeheime gebracht.

Die Hospizdienste begleiten todkranke Menschen auf ihrem letzten Weg und erfüllen mit dieser segensreichen Arbeit Wünsche von Sterbenden, insbesondere nicht alleine gelassen zu werden, nicht oder weniger unter Schmerzen leiden zu müssen, letzte Dinge regeln zu können und schließlich die „Sinnfrage stellen und besprechen zu dürfen“. Ihre Arbeit findet oft unbemerkt und am Rande des öffentlichen Bewusstseins statt. Eine Arbeit , die dem Thema Tod und Sterben die Sprachlosigkeit nimmt. Oftmals gelingt es gerade mit Hilfe der Hospizmitarbeitenden, sterbende Menschen und ihre Familien zu Hause zu betreuen und beide in dieser besonderen Lebenssituation zu unterstützen.

Die geschulten Hospizhelferinnen und Hospizhelfer bringen hier besondere Fähigkeiten ein: Zeit haben, zuhören können, verschwiegen sein, auch verzweifelten Fragen nicht ausweichen. Dabei ist die richtige Gesprächsführung entscheidend, auf die sie im Rahmen ihrer Fortbildungen geschult werden.

„Für ihre gelebte Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit“, so Landrat Roland Bernhard, „möchte ich allen Helferinnen und Helfern der Hospizgruppen herzlich danken. „Ich wünsche allen Hospizmitarbeitenden, dass sie für ihre sinnvolle Arbeit persönlich viel positive Resonanz, Dankbarkeit und reich Vertrauen geschenkt bekommen.“

Sollten Sie Interesse an einem Ehrenamt haben informieren Sie sich bei dem ambulanten Hospizdienst in ihrer Nähe.

Falls Sie mehr Informationen oder Unterstützung durch die Hospizdienste wünschen, wenden Sie sich bitte direkt an den Hospizdienst in Ihrem Wohnort. Die Koordinatorinnen der Hospizdienste stehen Ihnen auch in der aktuell schwierigen Zeit der Corona-Epidemie gerne beratend zur Seite.

Ambulante Hospizdienste im Landkreis

  • Hospizdienste für Herrenberg, Deckenpfronn, Gärtringen, Ehningen, Nufringen, Jettingen, Bondorf, Gäufelden, Mötzingen: 0176 - 2480 8981
  • Hospizdienst Leonberg: 07152 - 3355 204
  • Hospizdienst Renningen: 0170 - 5641 372
  • Hospizdienst Weil der Stadt: 07033 – 80405
  • Hospizdienst Weil im Schönbuch: 07031 - 777 405
  • Hospizdienste für Böblingen, Sindelfingen, Magstadt, Aidlingen, Grafenau, Holzgerlingen, Altdorf, Hildrizhausen, Schönaich, Steinenbronn, Waldenbuch: 07031 - 419 519
  • Kinder- und Jugendhospizdienste: Leonberg: 0160 - 5894 4819, Böblingen: 07031 - 6596 400

Die bisher erschienenen Artikel der Artikelserie können Sie auf der Homepage des Landratsamtes Böblingen https://www.lrabb.de/start/Service+_+Verwaltung/hospizdienste.html nachlesen