Ökumenischer Hospizdienst BöblingenMax-Eyth-Str. 2371088 HolzgerlingenTelefon: +49 (0) 7031 41 95 19

Begleiter beim Sterben sein

Aus der Kreiszeitung / Böblinger Bote vom 04.04.2020

Vor 25 Jahren wurde der Ökumenische Hospizdienst Böblingen gegründet. Zu diesem besonderen Geburtstag war am 27. März ein Festakt geplant. Trotz vieler angemeldeter Gäste musste die Feier aufgrund der aktuellen Lage rund um Corona abgesagt werden.

BÖBLINGEN (red). Vor 25 Jahren legten engagierte Bürger an verschiedenen Orten des Landkreises den Grundstein für die ambulante Hospizarbeit. Seitdem sind Ehrenamtliche ganz im Sinne des Hospizgedankens an Kranken- und Sterbebetten und in Familien da, um diese in einer außergewöhnlichen Lebenszeit persönlich zu begleiten.

"Schwerkranke begleiten, Sterbenden nahe sein, Angehörige stützen" - so lautet der Auftrag des Ökumenischen Hospizdienstes, dessen Träger seit 2015 der Evangelische Diakonieverband im Landkreis Böblingen ist. Geleitet wird der Dienst durch ein Team von hauptamtlichen Fachkräften. Im Moment sind zudem rund 75 qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter im Ökumenischen Hospizdienst Böblingen engagiert. Sie leisten durch ihre Begleitungen einen Beitrag, dass Menschen bis zu ihrem Ende ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben führen können und in ihrer Trauer nicht alleine sind. Sie nehmen sich Zeit, hören zu und weichen schwierigen Themen nicht aus.

Trost für Jung und Alt

Hospizdienste sind aber nicht nur für ältere Menschen da. Der Ökumenische Hospizdienst vereint Angebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden. Der Erwachsenenhospizdienst kümmert sich um Kranke, Sterbende und ihre Angehörigen im Erwachsenenalter. Die Mitarbeiter kommen nach Hause, ins Pflegeheim, ins Wohnheim für Menschen mit Behinderung und ins Krankenhaus. Seit Oktober 2019 gibt es zudem "Trauernde unterwegs", ein Angebot für Erwachsene in Trauer, welches Begegnungen und Austausch beim Miteinander-Wandern ermöglicht.

Der Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet Familien mit schwerst- und sterbenskranken Kindern und Jugendlichen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Begleitung der gesunden Geschwister. Auch Kinder, die mit der Krankheit und dem Tod eines Elternteils konfrontiert werden, brauchen selbstverständlich gesonderte Aufmerksamkeit und Zuwendung. Für diese junge Zielgruppe wurden Angebote geschaffen, die die Bedürfnisse im Blick haben.

So gibt es zum Beispiel "Erleben verbindet", ein Aktivitätsangebot für trauernde Kinder und Jugendliche. Dort können Kinder und Jugendliche Gleichgesinnte treffen und mit ihnen Freizeitaktivitäten erleben, sich austauschen und gemeinsam trauern. Die Palette an Aktivitäten reicht vom Entdecken eines Zirkusmobils mit Jonglieren oder Einradfahren, gemeinsamem Gärtnern mit Obst und Gemüse bis hin zum Besuch einer Alpakafarm in der Region.

In Corona-Zeiten ist die Begleitung von trauernden Menschen schwieriger geworden. Begleitungen vor Ort sind aufgrund des Kontaktverbots nicht möglich. Unterstützung soll dennoch gewährleistet bleiben, ausführliche Beratung findet so am Telefon unter (0 70 31) 41 95 19 oder 6 59 64 00 statt. Auch wenn der Festakt nicht in großer Runde gefeiert werden konnte, spreche man den Ehrenamtlichen, Kooperationspartnern und Spendern einen Dank aus, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Weitere Informationen zu den Angeboten finden sich im Netz unter www.hospizdienst-bb.d